Erlebnis · Kea

Bootstour

Eine Bootstour rund um Kea, die versteckte Buchten, das Wrack der Britannic und die grüne Küstenlinie von Tzia aus der Perspektive des Meeres enthüllt.

Kea

Der Morgen dämmert auf Kea, und der Hafen von Korissia duftet nach Salz und Kaffee. Der Motor eines Kaikis wärmt sich auf, die Taue werden vom Poller gelöst, und plötzlich beginnt sich das Festland zu entfernen. Von nun an wird sich dir Tzia auf eine Weise offenbaren, die keine Straße bieten kann.

Ein Land, das man besser von der Welle aus sieht

Kea ist die Kykladeninsel, die Attika am nächsten liegt, doch ihre Küstenlinie verbirgt eine Wildheit, die man von der Karte aus kaum erahnt. Steile Felsen, Schluchten, die abrupt im Meer enden, kleine Eichenwälder, die fast bis ans Wasser reichen. Auf dem Bug sitzend, spürst du, wie der Wind den Duft von Oregano und Thymian von den Hängen herüberträgt.

Das Kaiki folgt einer Route, die die Einheimischen auswendig kennen, zwischen Kaps, die je nach Tageszeit Name und Farbe wechseln.

Die doppelte Bucht von Kolona

Kurz außerhalb von Ioulida, der Inselhauptstadt, öffnet sich eines der eigenartigsten Schauspiele Keas: zwei Buchten, die sich an einer schmalen Sandenge treffen, überragt von der kleinen Insel mit der archäologischen Stätte von Vryokastro. Das Kaiki hält dort an, wo das Wasser die Farbe von tiefem Blau zu klarem Türkis wechselt, und der Sprung ins Wasser ist fast unvermeidlich.

Schwimmend zwischen den beiden Buchten hat man das Gefühl, auf tausende Jahre alte Geschichte zu treten – hier wurden einige der ältesten Zeugnisse menschlicher Präsenz in den Kykladen gefunden.

Versteckte Buchten, fernab jeder Straße

Der Reiz einer Bootstour auf Kea liegt genau dort, wo die Asphaltstraße endet. Strände ohne Zugang vom Land aus, Buchten mit Kieseln und türkisgrünem Wasser, Küsten, deren einzige Gesellschaft die Möwen sind. Das Boot gleitet langsam an der Westseite entlang, wo die Vegetation dichter wird und die Landschaft eher an einen ionischen Wald als an einen kykladischen Felsen erinnert.

Die Stille hat hier ein anderes Gewicht. Sie ist nicht bloß Abwesenheit von Lärm; es ist das Geräusch des Wassers, das gegen den Rumpf schlägt, die Stimmen der Fischer, die von weitem herüberklingen, das Knarren der Taue.

Das Wrack, das auf dem Meeresgrund schläft

Die Gewässer rund um Kea verbergen auch eines der bedeutendsten Wracks des Mittelmeers: die Britannic, das Schwesterschiff der Titanic, das 1916 vor der Insel sank. Ohne dass man tauchen müsste, erklärt dir die Reiseleiterin vom Deck aus die Geschichte dieses Kolosses, der heute in den tiefen Gewässern der Region ruht, und verwandelt die Bootstour in eine kleine Reise durch die Zeit.

Etwas weiter richtet sich der Blick zum Festland: die Panagia Kastriani, aufrecht auf einem Felsen thronend, und weiter entfernt die weißen Häuser von Ioulida, amphitheatralisch erbaut, die man vom Meer aus gar nicht sieht, bis man nahe genug herankommt.

Auf Tzia, so sagen die Seeleute, hütet das Meer seine Geheimnisse fester als das Land.Traditioneller Ausdruck einheimischer Fischer

Die Rückkehr mit dem Geschmack von Salz

Während das Kaiki zum Hafen zurückkehrt, sinkt die Sonne, und die Farben des Wassers wechseln erneut – von Türkis zu Gold, von Gold zu tiefem Violett. Irgendwo dort wird dir bewusst, dass Kea keine Effekthascherei braucht, um dich zu gewinnen; eine Bootstour genügt, um zu verstehen, warum diese grüne Insel, so nah an Athen und doch so anders als diese Stadt, es verdient, auf die langsamste, sinnlichste Weise entdeckt zu werden: vom Meer aus zum Land hin.

Nützliche Informationen

  • Die Bootsausflüge starten in der Regel von Korissia oder Vourkari aus und dauern gewöhnlich einen halben bis ganzen Tag.
  • Die beste Reisezeit ist von Mitte Mai bis Ende September, wenn das Meer ruhiger ist.
  • Denke an Sonnencreme, Hut, Badeanzug, Handtuch und ausreichend Wasser – viele Buchten verfügen über keine Kantinen.
  • Wer zur Seekrankheit neigt, sollte einen Platz in der Mitte des Bootes wählen und die Crew im Voraus informieren.
  • Frage im Hafen oder beim örtlichen Informationsbüro nach den aktuellen Fahrplänen, da diese je nach Wetterlage angepasst werden.
  • Respektiere die Meereswelt und hinterlasse keinen Müll in den unbewohnten Buchten, die du besuchst.
Artikel Kategorien: Kykladen, Kea, Must-Do Erlebnisse auf Kea (Tzia)

Entdecke weiter

Strände, Dörfer, Gastronomie und Erlebnisse — alles an einem Ort.

Entdecke das Reiseziel: Kea →