Es gibt einen Moment, kurz bevor man ankommt, in dem der Klang dem Bild vorauseilt. Ein leises Rauschen von fallendem Wasser, fast fremdartig für die Kykladen, stimmt einen auf etwas ein, das keinem anderen Ort in der Ägäis gleicht. Noch ein paar Schritte, und die Landschaft öffnet sich: Platanen, in grünes Moos gehüllte Felsen und Wasser, das dazwischen fließt und kleine, glasklare Becken bildet.
Willkommen bei den Wasserfällen von Pythara, in Apikia auf Andros – ein Ort, den viele Besucher nicht zu Unrecht „Feendorf“ nennen.
Eine Insel, die den Durst löscht
Andros ist die nördlichste und zweitgrößte Insel der Kykladen, gleicht aber überhaupt nicht dem Bild, das wir von diesem Archipel gewohnt sind. Hier fehlt es nicht an Wasser – im Gegenteil, es spielt die Hauptrolle. Quellen, Bäche, über die Landschaft verstreute Wassermühlen und bewaldete Hänge formen eine Landschaft, die dem besonderen Relief und der Hydrologie der Insel zu verdanken ist.
Apikia, am Fuß des Berges Petalo erbaut, liegt im Herzen dieser Besonderheit. Die Quellen des Berges speisen fortwährend die Bäche der Gegend und halten die Vegetation selbst in den trockenen Sommermonaten saftig grün.
Der Pfad im Grünen
Der Zugang zu den Wasserfällen erfolgt über einen kurzen und einfachen Pfad, geeignet für jedes Alter und jede körperliche Verfassung. Je weiter man geht, desto dichter wird die Vegetation: Platanen, Schilf, Moos und Wildblumen bilden einen natürlichen Schattentunnel.
Das Rauschen des Wassers begleitet einen bei jeder Wegbiegung und wechselt je nach Jahreszeit und Quellstand zwischen leisem Flüstern und lebhaftem Plätschern.
Kristallklare Becken und kleine Wasserfälle
Das Wasser fällt stufenweise, Stufe für Stufe, und bildet eine Reihe kleiner Becken mit kristallklarem Wasser. Das Licht, das durch das Blätterwerk fällt, erzeugt Lichtreflexe auf der Oberfläche, während die umliegenden Felsen durch Jahrhunderte der Strömung abgerundet wurden.
Es ist eine Szenerie, die Fotografen wie Naturliebhaber gleichermaßen in ihren Bann zieht, da sich das Bild je nach Tageszeit und Lichteinfall verändert.
Ein Ökosystem voller Leben
Die beständige Präsenz von Wasser trägt ein kleines, aber reiches Ökosystem. Vögel, Insekten und kleine Tiere finden hier Zuflucht, während die Feuchtigkeit die Vegetation das ganze Jahr über lebendig hält – etwas Seltenes für die Verhältnisse der Kykladen.
Die Gegend ist im Grunde ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Geologie und Klima von Andros einen Mikrokosmos geschaffen haben, der sich vom übrigen ägäischen Raum unterscheidet.
Auf Andros ist Wasser kein knappes Gut, sondern der Hauptdarsteller der Landschaft.Traditionelle Vorstellung von der Insel
Kühle Erfrischung, fernab vom Trubel
Ein Besuch der Wasserfälle von Pythara ist der ideale Ausflug für alle, die Ruhe und Kühle suchen, fernab vom Trubel der belebten Strände. Der Ort eignet sich für stillen Spaziergang, für einen Atemzug am Wasser oder einfach, um sich daran zu erinnern, dass die Kykladen noch weitere, geheimnisvollere Facetten bergen.
Beim Weggehen begleitet einen das Rauschen des Wassers noch eine Weile – eine Erinnerung an Kühle, die bleibt.
Nützliche Informationen
- Die Wasserfälle liegen in der Nähe der Siedlung Apikia, am Fuß des Berges Petalo.
- Der Zugangspfad ist kurz und einfach, geeignet für Familien.
- Der Wasserfluss ist im Frühling am stärksten und nimmt gegen Ende des Sommers ab.
- Tragen Sie rutschfestes Schuhwerk, da die Felsen nahe dem Wasser feucht sind.
- Ein idealer Stopp in Kombination mit einem Spaziergang durch Apikia und die umliegenden Platanenwälder.